Grenzkosten für grünen Wasserstoff sinken
Bonn (energate) - Eine deutlich höhere Solareinspeisung und milde Temperaturen führten in der vergangenen Woche zu fallenden Notierungen an den kurzfristigen Strommärkten. Die Spotpreise sanken auf Wochenbasis um zwölf Prozent und notierten im Mittel bei 76 Euro/MWh. Dadurch verringerten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 151 Euro/MWh (5,03 Euro/kg) und damit 16 Euro/MWh (0,53 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green verringerte sich mit 15 Euro/MWh (0,51 Euro/kg) und verzeichnete einen Durchschnittswert von 117 Euro/MWh (3,91 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green verringerte sich um 0,5 Euro/MWh auf 34 Euro/MWh (1,12 Euro/kg). Auch an den Gasmärkten kam es vergangene Woche zu Preisnachlässen. Als Ursachen wurden zum einen globale Rezessionsängste infolge des US-amerikanischen Zollkonflikts genannt, zum anderen wirkte das gute LNG-Angebot preissenkend. Im Wochenmittel gaben die Spotpreise um 6 Prozent nach und lagen bei 34 Euro/MWh.
Dadurch gingen auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis zurück. Der Hydex Grey und der Hydex Blue verringerten sich um jeweils 3 Euro/MWh und notierten bei 82 Euro/MWh (2,73 Euro/kg) für den Hydex Grey und 94 Euro/MWh (3,15 Euro/kg) für den Hydex Blue. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 13 Euro/MWh (0,43 Euro/kg) auf im Mittel 69 Euro/MWh (2,30 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 35 Euro/MWh (1,18 Euro/kg). /Andreas Gelfort, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de