Grenzkosten für grünen Wasserstoff gehen zurück
Bonn (energate) - Die ansteigende Windeinspeisung und eine nur leicht rückläufige Solareinspeisung führten in der vergangenen Woche zu niedrigeren Notierungen an den kurzfristigen Strommärkten. Die Spotpreise fielen im Wochenvergleich um 17 Prozent und lagen im Durchschnitt bei 62 Euro/MWh. Dadurch verringerten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 128 Euro/MWh (4,27 Euro/kg) und damit 19 Euro/MWh (0,65 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 16 Euro/MWh (0,54 Euro/kg) und lag mit einem Durchschnittswert von 93 Euro/MWh (3,11 Euro/kg) unter dem Niveau der Vorwoche. Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green sank um 3 Euro/MWh auf 35 Euro/MWh (1,16 Euro/kg). An den Gasmärkten gab es in der vergangenen Woche moderate Preissteigerungen. Hauptursache waren Wartungsarbeiten an norwegischen Gasinfrastrukturen und niedrigere Temperaturen. Im Wochenschnitt legten die Spotpreise um 4 Prozent zu und erreichten 37 Euro/MWh.
Dadurch gingen auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis leicht nach oben. Der Hydex Grey und der Hydex Blue stiegen um jeweils 2 Euro/MWh an und notierten bei 88 Euro/MWh (2,94 Euro/kg) für den Hydex Grey und 99 Euro/MWh (3,32 Euro/kg) für den Hydex Blue. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 22 Euro/MWh (0,72 Euro/kg) auf im Mittel 40 Euro/MWh (1,34 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 5 Euro/MWh (0,18 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de