Gaspreise: Wirtschaftsministerium aktiviert Krisenmechanismus
Berlin (energate) - Angesichts des Irankrieges und der rasant steigenden Energiepreise hat die Bundesregierung ihre Krisenmechanismen reaktiviert. Das sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums gegenüber energate. Das Ministerium beobachte und bewerte die Lage mehrmals täglich innerhalb des Hauses und sei im regelmäßigen Austausch mit allen Beteiligten, so die Sprecherin. Der Erdgaspreis (Q2/26) knackte im Laufe des Dienstagvormittags (3. März) die Marke von 60 Euro/MWh. Am Freitag (27. Februar) lag der Preis an der niederländischen Börse TTF noch unter 32 Euro/MWh. Auch die Ölpreise legen weiter zu.
An der aktuellen Versorgungslage in Deutschland habe sich aber nichts geändert, so die Sprecherin. Alle LNG-Lieferungen erfolgten planmäßig, die Speicher würden durch Marktakteure weiter befüllt. Deutschland beziehe kein LNG aus Katar. Allerdings würden rund 19 Prozent der globalen LNG-Exporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Straße von Hormus transportiert. Deshalb seien in Abhängigkeit von der Dauer der De-facto-Sperrung der Straße Preiseffekte zu erwarten.
Aus diesem Grund sei der Krisenmechanismus reaktiviert worden, der aus Sorge vor einer Blockade der Straße von Hormus bereits 2025 eingeführt wurde. Im Wirtschaftsministerium sei damals eine Taskforce eingerichtet worden, die noch bestehe. Im Laufe des Tages werde es Gespräche zwischen Ministerium, Bundeskanzleramt, Auswärtigem Amt und Bundesnetzagentur geben. Eine Änderung an der Alarmstufe des Notfallplans Gas gebe es aber nicht, so die Sprecherin. Die im Zuge der Energiepreiskrise im Juni 2022 ausgerufene Alarmstufe wurde zum 1. Juli 2025 aufgehoben und auf die erste Stufe gesetzt. /ck