EU-Kommission legt Aktionsplan gegen Drohnen vor
Straßburg (energate) - Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan für Drohnen- und Drohnenabwehr verabschiedet. Gründe sind die sich verschärfende Sicherheitslage und die zunehmende Nutzung von Drohnen für hybride Bedrohungen. Insbesondere im Energiesektor würden Drohnen eingesetzt, um den Betrieb von Kraftwerken, Wind- und Solaranlagen, Fernwärmesystemen und Energietransportschiffen zu stören, heißt es in dem 22-seitigen Aktionsplan. Dies würde ihr Potenzial zur Untergrabung der Versorgungssicherheit und der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit aufzeigen.
Dem Aktionsplan soll ein Drohnensicherheitspaket folgen, in dem die bestehenden Vorschriften für zivile Drohnen überarbeitet werden. Etwa soll ein EU-Siegel für "Vertrauenswürdige Drohnen" eingeführt werden, um sie von feindlichen unterscheiden zu können.
BDEW fordert auch private Drohnenabwehr
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, begrüßte die Pläne, die auch für die Energiewirtschaft von zentraler Bedeutung seien. Unautorisierte Drohnenüberflüge über kritischen Infrastrukturen würden ein wachsendes Risiko für Versorgungssicherheit und öffentliche Sicherheit darstellen. "Ein koordiniertes Vorgehen ist nicht nur in Grenzregionen sinnvoll, sondern ist auch angesichts der Auswirkungen größerer Anschläge im vernetzten EU-Energiebinnenmarkt erforderlich", sagte sie.
Die Abwehr von Drohnen müsse eine hoheitliche Aufgabe bleiben, so der BDEW weiter. In eng begrenzten Ausnahmefällen könne jedoch die Möglichkeit einer freiwilligen Beleihung sinnvoll sein. Gemeint ist die Übertragung hoheitlicher Aufgaben und Befugnisse auf privatwirtschaftliche Akteure. In einem Positionspapier hatte der Energieverband bereits gefordert, dass Betreiber kritischer Infrastruktur die Drohnenabwehr in einigen Fällen auch selbst übernehmen können sollten. /rl/ck