EU immer noch größter Importeur russischer Brennstoffe
Helsinki (energate) - Nach neuesten Schätzungen des finnischen Forschungsinstituts Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) hat Russland seit Beginn des Ukrainekrieges 725 Mrd. Euro an Einnahmen aus der Ausfuhr fossiler Brennstoffe erzielt. Davon hätten die EU-Länder rund 200 Mrd. Euro gezahlt: 108 Mrd. Euro für Öl, 88 Mrd. Euro für Erdgas und circa 4 Mrd. Euro für Kohle. Die EU sei damit der größte Importeur russischer Brennstoffe gewesen, gefolgt von China (193 Mrd. Euro), Indien (101 Mrd. Euro) und der Türkei (79 Mrd. Euro).
Was die EU-Länder angeht, habe Deutschland mit 29 Mrd. Euro am meisten gezahlt, gefolgt von Italien und den Niederlanden (jeweils 19 Mrd. Euro), Ungarn (17 Mrd. Euro) sowie Frankreich und Belgien (jeweils rund 15 Mrd. Euro). Allerdings seien die täglichen Einfuhren russischer fossiler Brennstoffe in die EU seit Ende März kontinuierlich zurückgegangen und hätten sich im Vergleich zum Wert vor der Invasion mehr als halbiert. Damit bliebe die EU aber weiterhin der größte Importeur russischer fossiler Brennstoffe, knapp vor China.
Sanktionen wirken nur wenig
Die Zahlen, die das Forschungsinstitut nur dokumentiert und nicht bewertet, zeigen offensichtlich, dass die von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen wenig wirken. Zudem profitiert Russland derzeit vom Anstieg der europäischen Gaspreise aufgrund des Einmarschs der Ukraine in die russische Region Kursk, über die der russische Gastransit in die EU verläuft.
Grundlage für die Schätzungen des Forschungsinstituts sind Schiffsbewegungen und Pipelineströme. Die Auswertung beruht auf Daten der Handelsschiffsdatenbank Kpler, des europäischen Verbands der Fernleitungsnetzbetreiber Entsog, der europäischen Statistikbehörde Eurostat sowie der Außenhandelsdatenbank der Vereinten Nationen UN Comtrade. /rl