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Die schwierige Balance zwischen Gas und Batterien

Berlin (energate) - Eine Kombination aus Gaskraftwerken und Batterien zur Abfederung von Dunkelflauten ist sinnvoll. Das wurde bei einem Webinar des Beratungsunternehmens Thema am 29. April deutlich. Die Handelsexperten untersuchten, wie sich Dunkelflauten mithilfe von Gaskraftwerken und Batteriespeichern abfedern lassen. Dabei modellierten sie das Jahr 2035 mit den Wetterdaten von 1985. In 1985 gab es viele Dunkelflauten. Für ein Stromsystem basierend auf Erneuerbaren stellt es somit ein Extremjahr dar, was die abgeleiteten Wetterdaten für Modellierungen sehr beliebt macht. Denn für Phasen mit wenig Wind- und Solareinspeisung braucht es ein Back-up-System. Projektiert man diese Wetterdaten nun auf das Jahr 2035 und unterstellt dabei, dass keine neuen Flexibilitäten hinzukommen, kommt es zu 400 Stunden mit extremen Preisstunden (1.000 Euro/MWh), zeigte Thema-Berater Arndt von Schemde auf. Dies müsse sich nicht zwingend in einem physischen Mangel von Strom niederschlagen, so von Schemde, es sei aber ein Indiz dafür. Es brauche also in jedem Fall Flexibilitäten.

 

Kämen dabei nur Batterien neu ins System, würde sich bei einem massiven Zubau (+ 90 GW) derselben die Anzahl der kritischen Stunden auf rund 200 in etwa halbieren. Das zeige: Batterien alleine können das Problem nicht lösen. Die Berater betrachteten auch ein System, in dem keine Batterien, aber massiv Gas zugebaut würde. Bei 30 GW an zusätzlichen Gaskraftwerken sänke die Anzahl der kritischen Stunden mit Spitzenpreisen auf etwa 50. Für die Treibhausgasemissionen sei ein massiver Zubau von Gaskraftwerken nur von untergeordneter Bedeutung, so von Schemde. Grund dafür seien die geringen Einsatzzeiten der Kraftwerke. Trotzdem könnten die Batterien den CO2-Ausstoß im betrachteten Szenario noch um 10 Mio. Tonnen reduzieren.

 

Gaskraftwerke profitieren von Preisspitzen, Batterien von Preisunterschieden

 

Während sich die geringen Einsatzzeiten der Gaskraftwerke positiv auf die Treibhausgasbilanz auswirken, gelte für die Kostenfrage das Gegenteil. Denn Gaskraftwerke können bei den vorauszusehenden geringen Einsatzzeiten ihre Kosten nicht decken, erzielen also keine Rendite. Hier setzen die geplanten Kraftwerksauktionen an. Besonders schwierig dabei sei, so von Schemde, dass die Einnahmen der Gaskraftwerke extrem von den Wetterbedingen abhängen. Sie sind somit hochvolatil. Es könne durchaus zehn oder 15 Jahre in Folge mit nur sehr wenig Dunkelflauten und entsprechend wenig Preisspitzen geben, bei denen Gaskraftwerksbetretreiber Geld verdienten. Gerade die ersten Jahre nach der Inbetriebnahme seien aber entscheidend für die Investoren.

 

Die Erträge von Batteriespeichern hingen weit weniger vom Wetter ab, da sie von Preisschwankungen profitierten. Die Investoren von Batteriespeicherprojekten könnten damit unabhängig vom Wetter mit relativ stabilen Erträgen rechnen. Für sie sei vielmehr relevant, wie viel fixe Kapazität etwa aus Gaskraftwerken im Markt sei. Dies gelte im Übrigen auch für flexible Lasten. Es sei wichtig, das Marktdesign so zu gestalten, dass Risiken minimiert würden, mahnte daher von Schemde an. /sd

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