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CO2-Ziele drücken E-Autopreise

Berlin (energate) - Damit der Hochlauf der Elektromobilität gelingt, braucht es günstigere E-Autos. Eine Analyse des europäischen Interessenverbands für nachhaltige Mobilität, Transport & Environment (T&E), zeigt, dass der durchschnittliche Preis für Elektroautos in der EU 2025 erstmals seit fünf Jahren gesunken ist: um 1.800 Euro auf 42.700 Euro. T&E führt den Rückgang auf verschärfte CO2‑Flottengrenzwerte zurück, die Hersteller zu mehr bezahlbaren Modellen zwingen würden. Besonders stark sanken die Preise im sogenannten B‑Segment, wo neue Kleinwagenmodelle wie der Citroen E‑C3 und der Renault 5 die Durchschnittskosten um 13 Prozent drückten.

 

Zwischen 2020 und 2024 hatten die Hersteller laut Analyse trotz fallender Batteriepreise noch teurere Modelle verkauft, weil schwächere Vorgaben den Fokus auf margenstarke große E‑Autos ermöglichten. T&E‑Deutschlandchef Sebastian Bock sieht nun eine Kurskorrektur. Dank der CO2‑Ziele gebe es in Europa "nun endlich günstigere E‑Autos. Wenn wir jetzt Kurs halten und die Ziele für 2030 nicht verwässern, sind neue E‑Autos bald billiger als Verbrenner", zeigte er sich optimistisch.

 

Hersteller erreichen Ziele vorzeitig

 

Mehrere große Hersteller erreichen laut T&E die EU‑Ziele für 2025 bis 2027 bereits zwei Jahre vor Fristende. Nur Renault und Volkswagen liegen noch zurück, dürften die Vorgaben aber bis Ende 2027 einhalten. In den Segmenten D und E wurde die Preisparität zu Verbrennern schon 2024 erreicht. Für die Segmente A bis C erwartet T&E die Gleichstandschwelle bis 2030, sofern die Hersteller die Kostensenkungen an die Verbraucher weitergeben.

 

Eine Abschwächung der CO2-Vorgaben würde diesen Trend laut Analyse jedoch bremsen. Wenn die Kommission das 2030‑Ziel über drei Jahre mittelt, könnte der E‑Auto‑Marktanteil auf 47 Prozent statt 57 Prozent fallen. Die von Teilen der Industrie geforderte fünfjährige Mittelung würde ihn sogar auf 32 Prozent drücken. Zudem wäre ein durchschnittliches E‑Auto 2030 laut T&E 2.300 Euro teurer als unter den heutigen Zielen.

 

Bock warnte vor dem Hintergrund, eine Absenkung der Standards würde die Industrie "nicht nachhaltig schützen". Sie verzögere lediglich den kommenden Preisrutsch und sichere kurzfristig Margen und Dividenden. Gleichzeitig drängten chinesische Hersteller massiv in den europäischen Markt und lägen bei Plug‑in-Hybriden "sogar vor traditionsreichen deutschen Premiummarken". Deutschlands Antwort müsse "technologische Exzellenz und globaler Führungsanspruch" sein, nicht das Aufweichen von CO2-Zielen. /mh

 

Die Analyse können Sie hier herunterladen

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