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CO2-Speicher sind laut Greenpeace-Studie überschätzt

Berlin (energate) - Die geplanten Endlager für CO2 in der Nordsee können nicht so viel CO2 aufnehmen wie von der Bundesregierung in Aussicht gestellt. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace hervor. Autor Ralf Krupp, Geologe und Geochemiker, kritisiert insbesondere die Vorannahmen des Forschungsverbunds Geostor, den die damalige Bundesregierung beauftragt hatte für die Abschätzung der CO2-Endlager. Die Berechnung der Speicherkapazitäten beruhe auf zu groben Vereinfachungen, so Krupp. Auch scheine Geostor zu ignorieren, dass sich CO2 zuerst in den am besten geeigneten Speicherräumen sammelt und erst weiterfließt, wenn diese Räume gefüllt sind (Fill-and-Spill-Prinzip). Dadurch wären die Speichervolumina "geometrisch stark überschätzt".

 

Die Studie verweist etwa auf Annahmen zum sogenannten Henni-Salzkissen, eine geologische Struktur in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), die von Geostor als potenzielles Endlager untersucht wurde. Die theoretischen Vorannahmen, auf die der Forschungsverbund seine Bewertung stützt, ließen sich in der Praxis bei vergleichbaren Projekten nicht bestätigen. Darum sei die vermeintliche Speicherkapazität der Struktur von 368 Mio. Tonnen CO2 nicht nachvollziehbar.

 

Auch geplante Injektionsrate sei unrealistisch

 

Auch die anvisierte Injektionsrate von 10 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr sei unrealistisch. Diese Rate sei zehnmal höher als die des norwegischen CO2-Lagers Sleipner, schreibt der Geologe. Die Studie kritisiert zudem, dass der Fokus bei Untersuchungen zu CO2-Speicherung normalerweise auf den Speichergesteinen und deren Eignung liege. Die Barrieregesteine, die die Speichergesteine umgeben, würden hingegen oft weniger intensiv untersucht, obwohl auf diesen Schichten die Langzeitsicherheit der CO2-Endlager beruhe.

 

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat die Gesamtkapazität für CO2-Speicher im Buntsandstein in der deutschen Nordsee auf 1 bis 6 Mrd. Tonnen CO2 geschätzt. Union und SPD setzen laut Koalitionsvertrag auf CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS). Sie wollen dies auch bei Gaskraftwerken erlauben. /kij

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