Bestandsleitung senkt Kosten für Hamburger Wasserstoffnetz
Hamburg (energate) - Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz wird günstiger als geplant. Möglich macht das der Kauf einer alten Anschlussleitung des HEW-Gaskraftwerks Moorburg. Der Kaufpreis liege deutlich unter den Investitionskosten der ursprünglich geplanten Neubauleitung zwischen Hausbruch und der niedersächsischen Gemeinde Rosengarten, teilten die Hamburger Energienetze mit. Für das Unternehmen entfallen rund sieben Kilometer Leitungsbau. Die Ersparnis beträgt 18 Mio. Euro. Davon profitieren die Stadt Hamburg und der Bund, die gemeinsam die IPCEI-Förderung des HH-WIN-Projekts finanzieren.
Die Gas-Hochdruckleitung diente zur Versorgung des Gaskraftwerks Moorburg, das bis 2001 in Betrieb war und 2004 abgerissen wurde. Ob die Leitung auch für Wasserstoff geeignet sein könnte, haben Techniker der Hamburger Energienetze zusammen mit einem Ingenieurbüro untersucht. "Die Ergebnisse der Molchung haben uns selbst überrascht", sagte Michael Damann, Technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze.
Gut erhaltene Stahlleitung vollständig für H2 geeignet
Zum sehr guten technischen Zustand der Hochdruckleitung haben unter anderem Korrosionsschutzmaßnahmen beigetragen: Während die Leitung außer Betrieb war, waren das eine Stickstofffüllung und ein kathodischer Rohrschutz. "Der Stahl der Bestandsleitung ist vollständig wasserstoffgeeignet, sodass wir die Leitung mit geringem Instandsetzungsaufwand für den Anschluss von HH-WIN ans Fernleitungsnetz einsetzen können", so Damann weiter. Der Anschluss des Hamburger Wasserstoffnetzes ans Wasserstoff-Kernnetz erfolgt bei Rosengarten im niedersächsischen Kreis Harburg. Auf den avisierten Inbetriebnahme-Termin für die ersten 40 Kilometer von HH-WIN im Jahr 2027 habe die Nutzung der Bestandsleitung keinen Einfluss. /tc