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Batteriebranche schwächelt wegen weniger E-Autos

Frankfurt am Main (energate) - Der deutsche Batteriemarkt hat nach Jahren des Aufschwungs im vergangenen einen Dämpfer bekommen. Im Vergleich zu 2023 sank das Marktvolumen um 16 Prozent auf 20,5 Mrd. Euro, teilte der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) auf einer Pressekonferenz mit. Vor allem der wichtige Geschäftsbereich der Lithium-Ionen-Batterien verzeichnete 2024 einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Diese wiesen Einbußen in Höhe von knapp 3 Mrd. Euro auf.

 

Zwischentief der Elektromobilität mit großem Einfluss auf Batteriebranche

 

Gunther Kellermann, Geschäftsführer Fachverband Batterien beim ZVEI, begründete die schlechten Zahlen insbesondere mit dem rückläufigen E-Auto-Absatz im Jahr 2024. Dieser ging in Deutschland um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Jedoch flössen 70 bis 80 Prozent der insgesamt verbauten Lithium-Batteriesysteme in den E-Mobilitätsbereich. "Wenn die E-Mobilität hustet, dann hat der ganze Batteriemarkt eine Grippe", fasste Kellermann die Entwicklung zusammen. Dementsprechend konnte auch der weiterwachsende Markt für Heim- und Großspeicher die negative Entwicklung nicht aufhalten. Zwar habe dieser Wachstumsraten von 30 Prozent im Jahr 2024 erreicht, sei im Vergleich zur Elektromobilität aber "einfach zu klein".

 

Trotz dieser negativen Entwicklung blickt der ZVEI weiterhin positiv in die Zukunft. Die Elektromobilität hat sich inzwischen wieder stabilisiert und verzeichnete in der ersten Hälfte von 2025 bessere Umsätze. Bei den Heim- und Großbatteriespeichern erwartet der ZVEI ebenfalls einen anhaltenden Boom. "Der eingeschlagene Wachstumspfad wird weitergehen", zeigte sich Kellermann optimistisch. Mark Becker-von Bredow, Bereichsleiter Elektrifizierung und Klima, ergänzte, dass Großbatteriespeicher auch im Hinblick auf den Stromausfall in Spanien eine immer wichtigere Aufgabe bei der Bereitstellung von Momentanreserve übernehmen. "Der Bereich der Batteriespeicher mit dem Einsatzgebiet der Systemstabilität wächst rasant", so Becker-von Bredow. Der Energiekonzern RWE nahm im Juni 2025 im niederländischen Geertruidenberg den nach Unternehmensangaben ersten Batteriespeicher mit Momentanreserve-Funktion im zentraleuropäischen Stromnetz in Betrieb. Im nordrhein-westfälischen Hamm baut das Unternehmen einen 600-MW-Großspeicher, der ebenfalls in der Lage sein wird, Momentanreserve bereitzustellen.

 

China löst Europa als Hauptlieferant ab

 

Der Rückgang beim Marktvolumen hatte auch Auswirkungen auf die Export- und Importzahlen. Der Export sank um drei Prozent auf knapp 8 Mrd. Euro. Das Importvolumen ging noch drastischer zurück und war 2025 erstmals seit mehr als fünf Jahren rückläufig. Es lag 16 Prozent niedriger als 2023 und erreichte rund 21 Mrd. Euro. Asien war wieder Hauptlieferant, nachdem Europa die vier vorherigen Jahre in Führung gelegen hatte. Insbesondere aus Europa gingen die Importmengen um 26 Prozent zurück. Auch die asiatischen Importe waren rückläufig, mit einem Minus von sechs Prozent jedoch bei Weitem nicht so stark wie die europäischen Importe. China blieb bei den Lithiumbatterien der größte globale Lieferant mit einem Importvolumen von 8,9 Mrd. Euro. In Europa war Ungarn mit 2,9 Mrd. Euro der Hauptlieferant von Lithiumbatterien nach Deutschland.

 

Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien und Geschäftsführer des Batterieherstellers Clarios, forderte angesichts der Trendumkehr bessere Rahmenbedingungen für eine europäische Batterieproduktion. Es brauche "wettbewerbsfähige Energiekosten, beschleunigte Genehmigungsverfahren, einen spürbaren Bürokratieabbau und verlässliche, zielgerichtete Förderprogramme". Nur so ließen sich neue Abhängigkeiten vermeiden und neue Investitionen sichern. Der ZVEI betonte außerdem, dass Batterien unerlässlich in Bezug auf die Resilienz seien. Dies gelte sowohl für kritische Infrastrukturen, aber auch für die Wehrtechnik. /rh

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