2G-Netz-Abschaltung zwingt Westenergie zur Ladesäulenumrüstung
Dortmund (energate) - Die Westenergie tauscht bis 2028 zahlreiche Ladesäulen in ihrem gesamten Gebiet aus. Gemeinsam mit dem Ladeinfrastrukturbetreiber Compleo Charging Solutions werde der Energiedienstleister die bisherigen Ladesäulen durch mehr als 650 Compleo-AC-Systeme ersetzen. Betroffen ist die Ladeinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Grund für die Umrüstung seien vor allem regulatorische Vorgaben und Änderungen, teilten die Unternehmen mit.
Die Umstellung wird vor allem durch die bevorstehende Abschaltung des 2G-Netzes ab Mitte 2028 nötig. Dadurch würden Kommunikationswege zur Abrechnung der Ladevorgänge unterbrochen werden, hieß es seitens der Unternehmen. Die Abkündigung des 2G-Netzes stand zwar schon mehrere Jahre im Raum, wurde aber noch nicht lange fixiert, so ein Compleo-Pressesprecher auf Nachfrage von energate. Erst im vergangenen Jahr nannten die großen Telekommunikationskonzerne Telekom und Vodafone demnach entsprechende Abschalttermine.
Gesetzliche Vorgaben drängen zur Umrüstung
Zudem gibt es neue gesetzliche Verpflichtungen, die durch die EU-Verordnung zum Infrastrukturaufbau für alternative Kraftstoffe (AFIR) und RED, eine EU-Richtlinie für Funkgeräte (Radio Equipment Directive), entstehen. Dazu gehört etwa die Verpflichtung zu intelligenten Messsystemen ab 2029/30. Zudem würden Themen wie Cybersecurity, Autorisierungsmechanismen, Preispolitik, Interoperabilität sowie Benutzerfreundlichkeit sichergestellt, so der Sprecher. Die Ladeleistung von 22 kWh pro Ladepunkt bliebe allerdings unverändert. Durch die Umrüstung sehe man sich für die Zukunft gewappnet, weitere Updates müssten dadurch in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht erfolgen. /lw